Navigation sur la Mayenne en bateau habitable
Etape à l'écluse de Fourmusson - Daon

Werden Sie Schiffskapitän!

In der Mayenne können Sie am Ruder eines Hausboots auf Schifffahrt gehen, auf einer ruhigen Strecke im Rhythmus der Natur... Ein zauberhaftes, allen zugängliches Erlebnis, ohne Bootsführerschein. Wir haben es für Sie ein Wochenende lang ausprobiert.

Auf dem Weg zum Abenteuer!

Während der Frühnebel sich langsam über dem Wasser verzieht, erwacht allmählich der Hafen von Chenillé-Changé, dem im Haut-Anjou am Ufer der Mayenne gelegenen Dorf. Ein Urlauber steigt aus einem am Landesteg befestigten Boot und streckt sich, während eine Gruppe von Joggern den Morgenwind genieβt. Bald kommt unser Ausbilder. Er wird uns in die Benutzungsregeln des Hausbootes einweisen, das für zwei Tage unser Zuhause sein wird. Das Boot wird von Les Canalous verliehen, einer Einrichtung, die auf Flusstourismus spezialisiert ist und ebenfalls Abfahrten von Angers, Daon, Châteauneuf-sur-Sarthe oder Le Mans anbietet. Die Flotte hat unterschiedlich groβe Boote, die für ein Wochenende, ein paar Tage oder eine Woche zwischen 2 und 12 Personen Platz bieten. Beim Betreten des rechteckigen Innenraums fällt sofort auf, dass dieser alles für eine Schifffahrt Notwendige bereithält: zwei Kabinen mit Schlafplätzen, eingerichtete Kochecke, Dusche, Toilette und sogar eine Heizung! In etwa zehn Minuten lernen wir die Handhabung des Ruders und des Geschwindigkeitshebels am Steuerpult. Es ist kein Führerschein erforderlich, da das Boot nicht schneller als 8km/Std. fährt. Endlich legen wir ab und lernen als nächstes das Durchfahren einer Schleuse, bevor unser Schutzengel an Land geht und uns alleine weiterfahren lässt...

Photo Th. Le Gourrierec Photo Th. Le Gourrierec

Ein privilegierter Posten zur Beobachtung der Natur

Nun sind wir unterwegs, vom Brummen des Motors geschaukelt. Bei langsamer Fahrt enthüllen sich allmählich die umliegenden Landschaften aus ungewohnter Perspektive. Graureiher, Lachmöwe, Wasserhuhn und seltener ein Eisvogel zeigen sich uns. Die majestätischen Schlösser und prächtigen Herrenhäuser, die hoch über dem blauen Band des Flusses stehen, erscheinen im Verlauf der Fahrt auf dem Wasser, das gelegentlich smaragdgrüne Farbtöne annimmt. Die Radfahrer der Vélo Francette, die diese Strecke benutzen, grüβen uns manchmal, von den geduldigen Blicken der Fischer begleitet. Die Schleusen weisen auf die anliegenden Dörfer hin: La Jaille-Yvon, Daon, Ménil… Bald erkennen wir die Silhouette des herrlichen Hôpital Saint-Julien, das Château-Gontier ankündigt. Diese mittelalterliche Stadt, die von vielen als die schönste des Departements betrachtet wird, birgt zahlreiche Prunkstücke, für die es sich lohnt, in ihrem Hafen anzulegen.

Ménil - Photo J.D Billaud-Nautilus Photo Th. Le Gourrierec

Erkundung von Château-Gontier

Hier empfängt der Kapitän Christian die Urlauber und hilft ihnen beim Anlegen, bietet an, Handys aufzuladen und bereitet sogar ein Abendessen zu! „Schauen Sie doch mal im Kühlschrank nach, ob Sie etwas Interessantes finden, ich bereite es Ihnen dann auf der Plancha zu. Das hier ist kein richtiges Restaurant, aber wir können Gäste empfangen.“ 5,50 € für ein Hähnchen mit hausgemachten Pommes frites, 2 € für ein Bier... Unschlagbare Preise! Auβerdem gibt der Hausherr den Touristen gerne Tipps für Besichtigungen. „Wenn Sie Zeit haben, gehen Sie doch mal über den Vieux Pont, dann sofort rechts, einige hundert Meter weiter auf dem Quai de Verdun. Dann stehen Sie vor einer Art Eingang zu einem Anwesen, das die Leute oft nicht betreten wollen. Es handelt sich um den ehemaligen Eingang des historischen Zentrums: er führt zur Rue des Trois Moulins, die Sie bestimmt überraschen wird!“ Der Ort beherbergt in der Tat einen wunderschönen geheimen Innenhof, in dem ein Haus mit Kragbogen steht. Der ideale Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Altstadt und ihre gepflasterten Gassen, mit einer kleinen Pause in einer Bäckerei zur Stärkung, fürs Mittagessen oder den nächsten Tag. Dann zurück zum Boot für die Weiterfahrt.

Die Landschaften ziehen vorbei und bald geht der Tag dem Ende zu. Wir beschlieβen, für die Nacht an der Schleuse von Neuville Anker zu werfen. Eine kleine Runde an Land, um uns im Restaurant Vieux Moulin niederzulassen, dessen groβe Terrasse direkt am Wasser liegt. Die Spezialität des Hauses? Crêpes... daneben werden auch Gerichte wie gebratene Aale angeboten. Nach einer Bootsfahrt von etwa dreiβig Kilometern ein willkommener Genuss. Danach eine zauberhafte Nacht, allein auf der Welt, inmitten der Natur, zwischen dem Rauschen des Laubs und dem sanften Plätschern...

Ecluse de Neuville - Photo Ph. Caharel Photo Th. Le Gourrierec

Auf dem Rückweg…

Beim Aufwachen am nächsten Tag perlt der Tau von den Fensterscheiben unseres Bootes. Nachdem wir die ‚pains au chocolat’ auf dem Deck verzehrt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Keineswegs nur ‚déjà vu’, denn den Weg in entgegengesetzter Richtung zu fahren erlaubt es, eine andere Facette der Strecke zu erleben. Wir entdecken die Brücken unter einem anderen Licht, nähern uns den Mühlen und stellen fest, dass einige zu Gästezimmern gemacht wurden, nehmen uns die Zeit, mit den Menschen zu sprechen, denen wir begegnen... Yann zum Beispiel, Globetrotter und Schleusenwärter, arbeitet hier seit einigen Jahren, nachdem er in einem anderen Leben in Madagaskar Geologe war. Sein groβes Projekt besteht darin, die traditionellen Flachboote ‚Toues cabanées’ zu bauen, mit denen die Besucher unter allen Brücken durchfahren und sogar auf Sandbänken anlegen könnten. „Ich habe einen Tipp für Sie: kommen Sie noch einmal, um etwas weiter oberhalb zu navigieren, von Mayenne nach Laval. Die Landschaft ist wieder anders, man könnte glauben, man sei in den Bergen!“ Wir werden bestimmt wiederkommen.

Photo Th. Le Gourrierec Photo Th. Le Gourrierec

Zwischenstopps in den kleinen Dörfern vor dem Ende der Fahrt

Die Rückfahrt geht weiter bis zu unserem Ausgangspunkt. Die Vielfalt der natürlichen Landschaften, die manchmal an die Wälder Kanadas erinnern oder sogar an Mangroven, erscheint uns noch viel deutlicher. Unterwegs ein Zwischenstopp in Ménil, dem charmanten Tausend-Seelen-Dorf, für das wir uns auf der Hinfahrt keine Zeit genommen haben. Der ideale Augenblick, um die Fahrräder vom Boot zu nehmen und das Dorf mit seinen ockerfarbenen Mauern zu entdecken, die kleine Kunstgalerie und die Fähre, die seit dem 19. Jahrhundert die Verbindung zum gegenüber liegenden Coudray bildet. Dann weiter nach Daon, der kleinen Stadt mit dem besonderen Charme, der auf einer Anhöhe gelegenen Kirche, einem Dutzend Herrenhäusern und einem Badesee. Dies ist die letzte Etappe unseres Ausflugs, vor unserer Rückkehr nach Chenillé-Changé. Der Tag geht seinem Ende zu und als wir an Land gehen, werfen wir einen letzten Blick auf unseren Wegbegleiter. Nun sind wir zurück nach dieser zauberhaften Eskapade, bei der wir etwas Wesentliches gelernt haben: wie Yann, unser Freund und Schleusenwärter, sagen würde: „Man muss sich Zeit lassen können!“

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